Deutscher Gewerkschaftsbund

10.09.2017
DGB-Kreisverband verlangt eine neue Rentenpolitik

Wer jetzt nicht handelt, verspielt die Zukunft

DGB-Kreisverband Bamberg verlangt Kurswechsel in der Rentenpolitik

Wenige Tage vor der Bundestagswahl warnt der DGB Kreisvorstand Bamberg vor steigender Altersarmut. Für die Zukunft der Rente stehen jetzt wichtige Entscheidungen an. Die Wahlprogramme der Parteien liegen auf dem Tisch. Klar ist, dass die meisten Vorschläge aus DGB-Sicht nicht weit genug gehen. Es müssen jetzt die Weichenstellungen für die Zukunft erfolgen, denn in Bamberg (Stadt und Landkreis) verdienten Ende vergangenen Jahres 18.631 Beschäftigte (Vollzeit, ohne Auszubildende) weniger als 2.500 Euro brutto im Monat. Das geht aus Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hervor. Ein Bruttoeinkommen oberhalb dieser Grenze ist jedoch notwendig, um nach 40 Beitragsjahren nicht in die Grundsicherung zu fallen. Ursache für dieses Problem ist das gesetzlich geregelte Absinken des Rentenniveaus, das im Jahr 2030 nur noch 43 Prozent betragen soll.

Ein weiteres Absinken des derzeitigen Rentenniveaus von 48 Prozent verspielt die Zukunftsaussichten einer ganzen Generation.

„Wenn bereits heute die durchschnittliche Altersrente in der Stadt Bamberg bei nur 721,32 € (Landkreis: 741,93 €) liegt, im Bundesdurchschnitt sind es dagegen 856,87 €, muss jetzt umgesteuert werden, erklärt Mathias Eckardt, Vorsitzender des DGB-Kreisverbandes Bamberg.

Wer aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aus dem Arbeitsleben ausscheiden muss, erhält in der Stadt Bamberg heute durchschnittlich nur 708,70 € (Landkreis: 814,16 €) Erwerbsminderungsrente.

Deshalb sind schon jetzt 961 Rentnerinnen und Rentner in der Stadt Bamberg (Landkreis: 569) auf die Grundsicherung angewiesen.

Seit 2007 ist das ein Anstieg von 216  (Landkreis: 125) Menschen. “, so der Kreisvorsitzende.

Dieser Trend muss jetzt gestoppt werden!

Das will der DGB den zur Wahl stehenden Parteien und deren Kandidaten noch einmal deutlich vor Augen führen.

 

 

Foto: DGB/C.Meyer

Bamberger Gewerkschafter vom DGB, IG Metall, IG BAU und der Fa. Bosch kämpfen für mehr Rente

 

 

Rentenaktion BA

DGB/C:Meyer

 

Für die Zukunft der Rente stehen jetzt wichtige Entscheidungen an. Die Wahlprogramme der Parteien liegen auf dem Tisch. Klar ist, dass die meisten Vorschläge aus DGB-Sicht nicht weit genug gehen.

Jetzt ist aber genau der Zeitpunkt, an dem ein Kurswechsel in der Rentenpolitik erfolgen muss.

Ein weiteres Absinken des derzeitigen Rentenniveaus verspielt die Zukunftsaussichten einer ganzen Generation.

„Wenn bereits heute die durchschnittliche Altersrente in der Stadt Bamberg bei nur 721,32 € (Landkreis: 741,93 €) liegt, im Bundesdurchschnitt sind es dagegen 856,87 €, muss jetzt umgesteuert werden, erklärt Mathias Eckardt, Vorsitzender des DGB-Kreisverbandes Bamberg.

Wer aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aus dem Arbeitsleben ausscheiden muss, erhält in der Stadt Bamberg durchschnittlich nur 708,70 € (Landkreis: 814,16 €) Erwerbsminderungsrente.

Bereits heute ist schon deutlich erkennbar, wie das sinkende Rentenniveau (2016: 47,9% gegenüber 2006: 52,2%) seine Wirkung entfaltet.  „Männer, die 2015 in der Stadt Bamberg erstmals eine gesetzliche Altersrente bezogen haben, erhielten im Schnitt 976 € pro Monat (Landkreis: 1.110 €). Frauen mussten mit durchschnittlich 592 € (Landkreis: 574 €)  auskommen.“, bestätigte der DGB-Kreisvorsitzende.

Hier zeigt sich erneut, dass Frauen eine deutlich niedrigere gesetzliche Durchschnittsrente beziehen als Männer. Zurückzuführen ist dies unter anderem auf die niedrigere Erwerbsbeteiligung, häufig mit reduzierten Arbeitszeiten und dem sich ausweitenden Niedriglohnsektor, wovon besonders viele Frauen betroffen sind.

Da die Weichenstellungen in der Rentenpolitik langfristig erfolgen, muss bereits heute gegengesteuert werden. Ein vorgesehenes Absinken des Rentenniveaus auf nur noch 43 Prozent im Jahr 2030 wäre für viele Normalverdiener der Schritt in die Grundsicherung.

Bereits heute sind 961 Rentnerinnen und Rentner in der Stadt Bamberg (Landkreis: 569) auf die Grundsicherung angewiesen. Seit 2007 ist das ein Anstieg von 216  (Landkreis: 125) Menschen. “, so der Kreisvorsitzende.

Dieser Trend muss jetzt gestoppt werden! Das will der DGB den zur Wahl stehenden Parteien und deren Kandidaten noch einmal in verschiedenen Aktionen im September deutlich vor Augen führen.

Denn mit Aussagen der Kanzlerin, dass die Rente bis 2030 stabil und finanziell gut aufgestellt sei, wollen sich die DGB-Gewerkschafter nicht zufrieden geben.
Sie fordern deshalb eine nachhaltige Sicherung des Rentenniveaus als ersten Schritt. Anschließend soll der Beitragssatz in moderaten Schritten bis 2030 auf 22 Prozent angehoben werden.
Weiterhin müssen gesamtgesellschaftliche Aufgaben wie die „Mütterrente“ oder die „Angleichung West/Ost“ konsequent aus Steuermitteln statt aus Beitragsgeldern finanziert werden. Allein die „Mütterrente“ kostet der Rentenversicherung jährlich sieben Milliarden Euro.
„Mit diesen Beitragsmitteln wäre eine Stabilisierung des Rentenniveaus leicht finanzierbar und eine Rentenpolitik, die ein würdevolles Leben im Alter sichert, möglich“, betont Eckardt.

Abschließend fordern die Gewerkschafter als wesentliche Grundlage für gute Renten von morgen
die Zurückdrängung des Niedriglohnsektors und der damit einhergehenden Prekarisierung der Arbeit.
Nur so kann die Grundlage für ein würdiges Leben auch im Alter geschaffen werden.


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