Deutscher Gewerkschaftsbund

09.11.2016
DGB Kreisverband Bamberg

Prof. Bontrup: Wer hat dem wird gegeben. Das können wir ändern!

Prof. Bontrup

DGB/C.Meyer

Der DGB Regionsgeschäftsführer Mathias Eckardt konnte zusammen mit dem Leiter der Betriebsseelsorge, Dr. Manfred Böhm, den Mitverfasser und Herausgeber der jährlichen Memoranden der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik, Prof. Heinz-Josef Bontrup, in Bamberg begrüßen.

Die Teilnehmer im vollbesetzten Veranstaltungsaal folgten den hochaktuellen und spannenden Worten von Prof. Bontrup zum Thema gespaltene Gesellschaft und was müssen Gewerkschafter(/innen) dagegen tun.

An aktuellen Beispielen zeigte Prof. Bontrup die ökonomische Entwicklung in unserer Gesellschaft auf. Aber sein Blick richtete sich nicht nur auf Deutschland und Europa, nein, er spannte in seinen Ausführungen den Bogen über die gesamte globalisierte Welt.

Die Ungleichheit der Einkommen und Vermögen in Deutschland ist größer als in vielen anderen Industriestaaten - ein Armutszeugnis für dieses Land. Das seit Ende der 70er Jahre zunehmend neoliberale Paradigma will im Grunde nur eins: von den Arbeits- zu den Kapitaleinkommen (Gewinn, Zins und Grundrente) umverteilen. Diese stetig steigende Ungleichheit gefährdet den sozialen Zusammenhang in unserer Gesellschaft. Die Rechtspopulisten in ganz Europa instrumentalisieren dieses Thema, um durch Angst und Unsicherheit die Menschen für sich zu gewinnen. Dabei haben gerade sie die größten neoliberalen Lösungen in ihren Parteiprogrammen.
Deshalb ist es an der Zeit, dass sich Reiche und Vermögende stärker an der Finanzierung des Gemeinwohls beteiligen.
Allein in den Jahren von 2000 bis 2014 haben die Lohn- und Gehaltsabhängigen in Deutschland fast 1,2 Billionen Euro an Einkommen eingebüßt und sich in gleicher Höhe die Empfänger der Kapitaleinkommen daran bereichert. Daneben wurde in Deutschland ein Heer an prekären Beschäftigungsverhältnissen geschaffen, in dem sich heute fast jeder vierte abhängig Beschäftigte befindet. Um dies zu erreichen wurden in vielen Unternehmen Stellen in Voll- und Teilzeit sowie in Stamm- und Randbelegschaften segmentiert. Dadurch entstand ein gewollter riesiger Niedriglohnsektor mit Armutslöhnen.

Nach einer ausführlichen Diskussionsrunde verabschiedete sich Prof. Bontrup mit dem Appell an die Zuhörer, dass nur der Zusammenschluss der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in starken Gewerkschaften zu einer Veränderung dieser Verhältnisse führen kann.

 

prof.Bontrup

DGB/C.Meyer

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