Deutscher Gewerkschaftsbund

03.07.2020

Offener Brief an die Grüne Fraktion im Stadtrat Bamberg

von Sebastian Postler - DGB Jugend Bamberg

 

Sehr geehrte Mitglieder der Grünen Fraktion im Bamberger Stadtrat, 

 

vorne weg: Ich habe mich sehr über Ihren Einzug in den Stadtrat gefreut, denn Sie haben damit geworben Sie wollen für Transparenz sorgen. Ich denke gerade Corona hat uns gezeigt wie wichtig eine transparente Politik nah am Bürger ist. Jedoch musste ich leider feststellen, dass dieses Wahlversprechen wohl leider nur ein Wahlkampfspruch war, denn genau diese beworbene Transparenz habe ich bei dem Antrag dem Stadtjugendring einen stimmberechtigten Sitz weg zu nehmen komplett vermisst.

Aber von vorne: In der Stadtratssitzung im Mai kam das erste Mal der Gedanke auf dem Stadtjugendring einen der beiden stimmberechtigten Sitze im Jugendausschuss weg zu nehmen, um für eine vermeintliche Trägervielfalt zu sorgen. Einem Träger der 33 einzelne Verbände vertritt. Mit dieser Argumentation, dass der Stadtjugendring eben besagte 33 Jugendverbände vertritt sind wir als DGB Jugend an die SPD und eben auch an die Fraktion der Grünen herangetreten, da wir ebenfalls vom Stadtjugendring vertreten werden. Während wir von der SPD Rückmeldung erhielten, warteten wir vergebens auf eine Antwort ihrer Fraktion, die für Transparenz stehen möchte. Nachdem ein Austausch mit der Verwaltung der Stadt Bamberg stattfand, stimmte man uns und dem Stadtjugendring zu, dass der Stadtjugendring zwei stimmberechtigte Sitze bekommen sollte.

Leider war die Freude über den Erfolg nur von kurzer Dauer. Erst im Nachgang mussten wir als DGB Jugend erfahren, dass man dem Stadtjugendring leider nur einen stimmberechtigten Sitz auf Ihren Fraktionsantrag zugestanden hat. Ohne das jemals noch ein Gespräch stattgefunden hat und obwohl sich vor der Wahl auf die Fahne geschrieben wurde, man wolle für eine Mitmach-Stadt und mehr Transparenz sorgen.

Ich kann nicht nachvollziehen, warum die Stimme von 33 Jugendverbänden weniger Gewicht haben soll, damit ein einziger Träger, der nur sich und seine eigenen wirtschaftlichen Interessen vertritt, einen stimmberechtigten Sitz bekommt. Kein anderes Mitglied im Jugendhilfeausschuss vertritt so viele Gruppen, Verbände und freie Träger. Der Stadtjugendring bildet das gesamte Spektrum der Bamberger Jugendarbeit ab. Von der Alevitischen Jugend, über die Jugendfeuerwehr Bamberg, den Naturfreunde Jugend, der Evangelischen Jugend und den Bund Deutscher Kath. Jugend hinzu verschiedenen Pfadfinder_innen Gruppen und uns der DGB Jugend sind wir gemeinsam und geeint der Stadtjugendring Bamberg. Unser gemeinsames Sprachrohr ist der Stadtjugendring! Kein anderer Träger ist so breit aufgestellt und dabei auch noch durch regelmäßige Vollversammlungen in seinem Handeln demokratisch legitimiert! Ich hoffe sehr, man überdenkt dabei das Handeln in Ihrer Fraktion und versucht in der restlichen Amtszeit auch für die Werte Transparenz und Mitmach-Stadt zu stehen, die man sich vor der Wahl auf die Fahne geschrieben hat und nicht einem Austausch aus dem Weg zu gehen und jedem der sich engagieren will einfach vor vollendete Tatsachen stellt. 

 

Mit Freundlichen Grüßen

 

Sebastian Postler

DGB Jugend Bamberg


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