Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 72 - 05.03.2018

Der DGB-Oberfranken fordert zum Internationalen Frauentag weitere Impulse für Gleichstellung

Anlässlich des Internationalen Frauentages hat der DGB Oberfranken Politik und Wirtschaft aufgefordert, weitere Impulse für eine Gleichstellung von Frauen und Männern zu setzen. „Noch immer machen Frauen seltener Karriere als Männer. Noch immer gibt es beim Entgelt teils massive Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Gleiches Geld für gleichwertige Arbeit ist längst überfällig", sagte der DGB-Regionsgeschäftsführer Mathias Eckardt.

Ein Schritt in die richtige Richtung sei das Entgelttransparenzgesetz, um Benachteiligungen beim Entgelt aufzudecken und abzubauen. Seit Anfang des Jahres gilt in Betrieben mit mehr als 200 Beschäftigte ein individueller Auskunftsanspruch. „Allerdings ist der Schwellenwert noch zu hoch. Nur wenn mehr Transparenz über ungleiche Vergütung zwischen Männern und Frauen im Betrieb herrscht, kann Ungerechtigkeit und Lohndiskriminierung beseitigt werden", sagte Eckardt.

Ein Meilenstein auf dem Weg zu mehr Entgeltgerechtigkeit, gleichen Entwicklungschancen und Vereinbarkeit von Beruf und Leben sei der aktuelle Tarifabschluss in der Metall- und Elektroindustrie. „Ab 2019 haben Beschäftigte das Recht, nach einer Phase der Absenkung auf bis zu 28 Stunden wieder in die ursprüngliche Vollzeitarbeit zurückzukehren. Damit können viele Frauen der bisher drohenden Teilzeitfalle entgehen", betonte Eckardt.

Das Thema Entgelt und Zeit spielt auch eine große Rolle bei den Tarifforderungen der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di.

Eckardt rechnet mit Warnstreiks im Öffentlichen Dienst und bei der Telekom. Das Thema Zeit wird dabei als Zukunftsthema eine entscheidende Rolle spielen.

Leider sei das Rückkehrrecht von Teilzeit in Vollzeit noch immer nicht gesetzlich verankert. „Viele Frauen hängen in der Teilzeitfalle und ihre Karrierechancen leiden viel zu oft darunter. Das muss sich dringend ändern, um ungerechte Auswirkungen wie schlechtere Aufstiegswege, niedrigere Einkommen und weniger Rente zu bekämpfen", sagte Eckardt.

Der DGB setze sich deshalb weiter für ein verbindliches Rückkehrrecht von Teilzeit in Vollzeit ein. Er forderte die Politik auf, „das Gesetz für befristete Teilzeit endlich zu beschließen. Schließlich steht dieses Ziel nun zum zweiten Mal im Koalitionsvertrag von Union und SPD."

Ein weiterer wichtiger Meilenstein im Kampf für Gleichstellung ist das Wahlrecht für Frauen. Vor 100 Jahren erhielten die Frauen in Deutschland das Recht, zu wählen und sich selbst wählen zu lassen. Mit Blick auf die vom 1. März bis 31. Mai stattfindenden Betriebsratswahlen rief der Gewerkschafter nicht nur die Frauen dazu auf, von ihrem aktiven Wahlrecht Gebrauch zu machen. „Wir werden in den Betrieben weiter auf Entgeltgerechtigkeit, gleiche Entwicklungschancen und die Vereinbarkeit von Beruf und Leben drängen", bekräftigte Eckardt seine Forderungen.


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