Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 68 - 10.09.2017
Wer jetzt nicht handelt, verspielt die Zukunft

DGB Oberfranken verlangt eine neue Rentenpolitik

Für die Zukunft der Rente stehen jetzt wichtige Entscheidungen an. Die Wahlprogramme der Parteien liegen auf dem Tisch. Klar ist, dass die meisten Vorschläge aus DGB-Sicht nicht weit genug gehen.

Jetzt ist aber genau der Zeitpunkt, an dem ein Kurswechsel in der Rentenpolitik erfolgen muss.

Ein weiteres Absinken des derzeitigen Rentenniveaus verspielt die Zukunftsaussichten einer ganzen Generation.

„Wenn bereits heute die durchschnittliche Altersrente in Oberfranken bei nur 764,42 € liegt, im Bundesdurchschnitt sind es dagegen 856,87 €, muss jetzt umgesteuert werden, erklärt Mathias Eckardt, Regionsgeschäftsführer des DGB Oberfranken.

Wer aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aus dem Arbeitsleben ausscheiden muss, erhält in Oberfranken durchschnittlich nur 755,64 € Erwerbsminderungsrente.

Bereits heute ist schon deutlich erkennbar, wie das sinkende Rentenniveau (2016: 47,9% gegenüber 2006: 52,2%) seine Wirkung entfaltet.

 „Männer, die 2015 in Oberfranken erstmals eine gesetzliche Altersrente bezogen haben, erhielten im Schnitt 1.055 Euro pro Monat. Frauen mussten mit durchschnittlich 630 Euro auskommen.“, bestätigte der DGB-Regionsgeschäftsführer.

Hier zeigt sich erneut, dass Frauen eine deutlich niedrigere gesetzliche Durchschnittsrente beziehen als Männer. Zurückzuführen ist dies unter anderem auf die niedrigere Erwerbsbeteiligung, häufig mit reduzierten Arbeitszeiten und dem sich ausweitenden Niedriglohnsektor, wovon besonders viele Frauen betroffen sind.

Da die Weichenstellungen in der Rentenpolitik langfristig erfolgen, muss bereits heute gegengesteuert werden. Ein vorgesehenes Absinken des Rentenniveaus auf nur noch 43 Prozent im Jahr 2030 wäre für viele Normalverdiener der Schritt in die Grundsicherung.

Bereits heute sind 8.744 Rentnerinnen und Rentner in Oberfranken auf die Grundsicherung angewiesen. Seit 2007 ist das ein Anstieg von 2.284 Menschen. “, so Eckardt.

Dieser Trend muss jetzt gestoppt werden! Das will der DGB den zur Wahl stehenden Parteien und deren Kandidaten noch einmal in verschiedenen Aktionen im September deutlich vor Augen führen.

Denn mit Aussagen der Kanzlerin, dass die Rente bis 2030 stabil und finanziell gut aufgestellt sei, wollen sich die DGB-Gewerkschafter nicht zufrieden geben.

Sie fordern deshalb eine nachhaltige Sicherung des Rentenniveaus als ersten Schritt. Anschließend soll der Beitragssatz in moderaten Schritten bis 2030 auf 22 Prozent angehoben werden.

Weiterhin müssen gesamtgesellschaftliche Aufgaben wie die „Mütterrente“ oder die „Angleichung West/Ost“ konsequent aus Steuermitteln statt aus Beitragsgeldern finanziert werden.

Allein die „Mütterrente“ kostet der Rentenversicherung jährlich sieben Milliarden Euro.
„Mit diesen Beitragsmitteln wäre eine Stabilisierung des Rentenniveaus leicht finanzierbar und eine Rentenpolitik, die ein würdevolles Leben im Alter sichert, möglich“, betont Eckardt.

Abschließend fordern die Gewerkschafter als wesentliche Grundlage für gute Renten von morgen
die Zurückdrängung des Niedriglohnsektors und der damit einhergehenden Prekarisierung der Arbeit. Nur so kann die Grundlage für ein würdiges Leben auch im Alter geschaffen werden.

 

Tentenaktion BTW

DGB/S.Koch


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