Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 59 - 06.10.2016

Ausbildungsreport der DGB-Jugend Bayern: Hohe psychische Belastung von Azubis

Meyer: „Zufriedenheit hängt stark vom Ausbildungsberuf ab.“

 

Am 5. Oktober 2016 wurde in München der Ausbildungsreport für 2016 veröffentlich. Der Ausbildungsreport beleuchtet die Ausbildung und ihre Qualität aus Sicht der Auszubildenden. Dazu wurden in ganz Bayern über 1200 Auszubildende befragt.

„Seit vielen Jahren erhebt die DGB Jugend in Bayern wie die Auszubildenden ihre Ausbildung bewerten. Auch in diesem Jahr zeigt sich, dass die Zufriedenheit sehr stark vom Ausbildungsberuf abhängt. Wir können feststellen, dass einige Ausbildungsberufe seit Jahren systematisch schlecht abschneiden. Wenn die Betriebe auch in Zukunft motivierte Auszubildende haben wollen, müssen sie die Attraktivität der Ausbildung deutlich verbessern. Dazu gehören vor allem gut qualifizierte und engagierte Ausbilder_innen, aber natürlich auch anständige Arbeitsbedingungen und angemessene Vergütung“, forderte Claas Meyer, DGB Jugendsekretär Oberfranken. 

Die Zufriedenheit mit dem Ausbildungsberuf steht auch im direkten Zusammenhang mit der Arbeit der Gewerkschaften. Wenn eine Jugend- und Auszubildendenvertretung (33,7 Prozent) oder ein Betriebs- oder Personalrat (27,6 Prozent) in einem Betrieb existiert, sind jeweils mehr als doppelt so viele Auszubildende sehr zufrieden mit ihrer Ausbildung als diejenigen ohne betriebliche Interessensvertretung (13,8 Prozent). Zudem sind Auszubildende, die Gewerkschaftsmitglieder sind, deutlich öfter sehr zufrieden oder zufrieden mit ihrer Ausbildung (88,4 Prozent) als solche, die keine sind (72 Prozent).

Traditionell hat jeder Ausbildungsreport einen thematischen Schwerpunkt. Dieses Jahr stand im Mittelpunkt der Befragung die psychische Belastung von Auszubildenden.

„Ein entscheidender Faktor für die Zufriedenheit in Ausbildung ist die psychische Belastung der Auszubildenden. Gut 50 Prozent der befragten Auszubildenden berichten über hohe Belastungen am Arbeitsplatz. Die Arbeitgeber überfordern die jungen Beschäftigten, zum Beispiel durch die Anordnung von arbeitsfremden Tätigkeiten oder Überstunden. Auszubildenden finden häufig wenig Unterstützung in ihren Aufgaben. Abhilfe kann hier ein strukturierter betrieblicher Ausbildungsplan schaffen“, so Claas Meyer. 

Neben der Qualität in der Ausbildung spielt im Ausbildungsreport der DGB-Jugend Bayern auch die Zukunftsperspektive durch die Ausbildung eine zentrale Rolle. Meyer warf kritische Fragen in den Raum: „Handelt es sich bei der Ausbildung um eine, die Auszubildende gerade so ‚durchhalten‘, um eine abgeschlossene Ausbildung zu haben, dann aber auf keinen Fall im erlernten Beruf weiterarbeiten wollen? Oder ist die Ausbildung so gestaltet, dass die Azubis dadurch eine berufliche Perspektive sehen?“

„Zu einer beruflichen Perspektive gehören eine unbefristete Übernahme, gute Bezahlung, Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten, aber auch die Zuversicht, im erlernten Beruf gesund das Rentenalter erreichen zu können“, so Meyer.

Mit einem Klick auf das Titelbild gelangen Sie zur digitalen Ausgabe des Ausbildungsreports Bayern 2016. DGB-Jugend Bayern


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