Deutscher Gewerkschaftsbund

27.10.2014

Bamberg WEHRT sich gegen Nazis - kein Mensch ist illegal

 

Über 2.000 Menschen haben am Samstag in Bamberg ein deutliches Zeichen gesetzt. In Bamberg gibt es keinen Platz für Nazis. Getarnt als „besorgte Bürger“ hatten Neonazis in sozialen Netzwerken zur Demo „Bamberg wehrt sich gegen Asylmissbrauch“ aufgerufen und gegen Flüchtlinge gehetzt. Das „Bamberger Bündnis gegen Rechtsextremismus“, dem der DGB angehört, hatte zum Aktionstag „Bamberg WEHRT sich gegen Nazis – kein Mensch ist illegal“ aufgerufen. Gemeinsam machten die Bürgerinnen und Bürger klar: Flüchtlinge sind hier herzlich willkommen.

Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke freute sich in seiner Rede auf dem Markusplatz, dass so viele Menschen gekommen waren. „351 Menschen, die vor Krieg, Tod und Folter geflohen sind, leben derzeit in Bamberg. Sie brauchen unsere Hilfe und Solidarität. Dafür sorgen wir gerne.“ Auch Bambergs Landrat Johann Kalb betonte, dass er sich gemeinsam mit allen Bürgermeistern gegen den Rechtsextremismus stellt. „Ihre menschenverachtende Hetze gegenüber Flüchtlingen ist unerträglich. Gemeinsam schlagen wir sie aber mit links.“ Die Solidarität mit den Flüchtlingen drückten auch Dekan Hans-Martin Lechner und Erzbischof Ludwig Schick aus. Der Sprecher des „Bamberger Bündnisses gegen Rechtsextremismus“ Werner Schnabel erinnerte an die Situationen unter anderem in Syrien, Eritrea und den vielen anderen Ländern, die Menschen zur Flucht zwingen.

Etwa 180 Neonazis kamen am Samstag nach Bamberg. Im Vorfeld wurde zunächst die Nähe zum organisierten Rechtsextremismus bestritten. Doch als Verantwortlicher gegenüber den Behörden trat Marcel Maderer, der in der Kameradschaftsszene aktiv ist und unter anderem für die NPD 2013 zum Bezirkstag kandidierte, auf. Auch der NPD Landesvorsitzende Karl Richter hatte in den sozialen Netzwerker sein Kommen zugesagt und war am Samstag vor Ort. Im Vorfeld wurde in Gemeinden Material der NPD mit Hetze gegen Flüchtlingen verteilt. Wie wenig es sich um „besorgte Bürger“ handelte, wurde von Beginn an deutlich. Fahnen, Kleidung, Tätowierung etc. machten deutlich, dass es sich um Anhänger der NPD bzw. Neonazis aus der Kameradschaftsszene handelte.

Gegen die Kundgebung haben viele Gruppen aufgerufen und ein Zeichen für die Flüchtlinge und für Solidarität gesetzt. Der DGB und die Mitgliedsgewerkschaften haben mit zum „Aktionstag – Bamberg WEHRT sich gegen Neonazis – kein Mensch ist illegal“ aufgerufen. Der Stadtrat hat eine Resolution verabschiedet, ebenso wie die Studierendenvertretung. Weitere antifaschistische Gruppen, die Kirchen und viele Vereine und Organisationen waren aktiv. „Alle gemeinsam haben wir gezeigt: wir sind solidarisch mit den Flüchtlingen und wehren uns gegen die Feinde der Menschenwürde und der Demokratie!“

Über 2.000 Menschen demonstrieren für die Solidarität mit Flüchtlingen und gegen Nazis

Pressestelle Stadt Bamberg

Ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, Kirchen, Stadt und Landkreis Bamberg riefen zur Demo auf

Pressestelle Stadt Bamberg

Kundgebung am Markusplatz

Pressestelle Stadt Bamberg

DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften riefen ebenfalls zum Aktionstag auf

DGB/M.Eder


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