Deutscher Gewerkschaftsbund

20.01.2017
Forchheim

Neujahrsempfang Forchheim 2017

Die DGB-Kreisvorsitzende Christa Gerdes konnte in den gut besuchten „Hutstuben“ in Forchheim-Reuth zum diesjährigen Neujahrsempfang des Kreisverbandes wieder zahlreiche Gewerkschafter und Gäste aus Politik, den Forchheimer Vereinen und Sozialverbänden begrüßen.

"Prekariat ist überall", so die These von Stefanie Wahl, der Hauptrednerin des Abends. Die Politikwissenschaftlerin und katholische Theologin führte aus, dass "prekäre Arbeits- und Lebensverhältnisse" nicht nur ein Phänomen der" Unterschicht" sei, sondern die Gesamtgesellschaft betreffe. Sie selbst sei eine prekär Beschäftigte im akademischen Mittelbau und hatte in zwei Jahren sieben Arbeitsverträge. "Der kürzeste dauerte einen Monat der längste gerade mal sechs Monate - was hängen bleibt, ist die Unsicherheit", so Wahl. Arbeit habe in der Gesellschaft aber einen zentralen Stellenwert. Es gehe nicht nur um eine gerechte Güterverteilung, die aktuell nicht funktioniere, sondern auch um gesellschaftliches Ansehen und Lebenschancen. Es sei nicht immer so, dass Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen schlecht verdienen, aber die ständigen Befristungen und Teilzeitbeschäftigungen führten später zu einer geringen Altersrente. Stefanie Wahl forderte die Gewerkschaften und die Politik auf sich für die "Ent-Prekarisierung" einzusetzen.

Dr. Manfred Böhm, Leiter der Katholischen Betriebsseelsorge Bamberg, forderte in seinem Grußwort die Politik auf, für gerechte soziale Verhältnisse zu sorgen, denn nur so könne man Populisten wie der AfD das Wasser abgraben. Die tiefgreifende soziale Spaltung der Gesellschaft biete den Nährboden für die Erfolge von populistischen Bewegungen, so Manfred Böhm. 

Auch DGB-Regionsgeschäftsführer Mathias Eckardt, der noch einmal das Jahr 2016 revue passieren ließ, bilanzierte: "Das Jahr 2016 war auch ein Jahr der Nationalisten, der Populisten und auch ein Jahr der Lügner". Aber es sei nicht zu spät, Deutschland sei noch immer das Land der Mutbürger und nicht der Wutbürger. Mathias Eckardt forderte, die Parteien müssten sich bei der Bundestagswahl nicht nur klar von den "Rechten" distanzieren, sondern den Bürger und Bürgerinnen auch eine Idee von einer besseren Zukunft vermitteln.


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