Deutscher Gewerkschaftsbund

24.01.2018
Region Oberfranken

DGB Neujahrsempfang in Bayreuth

Frank Bsirske (ver.di Vorsitzender) war Hauptredner J.Campos

Der Regionsgeschäftsführer Mathias Eckardt konnte zum diesjährigen DGB-Neujahrsempfang in Bayreuth, neben vielen Gewerkschaftern und Ehrengästen, auch den Vorsitzenden der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Frank Bsirske, als Festredner begrüßen.
Der Verdi-Chef, der am Vortag Gast beim SPD-Sonderparteitag war, erzählte von seinen Eindrücken über die derzeitigen „Bemühungen“ um eine neue Bundesregierung.
Aus Sicht der Gewerkschaften habe die SPD in den Sondierungsverhandlungen einiges erreichen können.  Da wären die Themen Rente: Festschreibung des Rentenniveau auf 48 Prozent zumindest  bis zum Jahr 2025, die Einführung einer Grundrente, eine höhere Erwerbsminderung­srente sowie die Einbeziehung der Solo-Selbstständigen, oder die Beitragsparität in der gesetzlichen Krankenversicherung.
Das vorhandene Vergaberecht im Bereich des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) muss noch dringend geändert werden, da sonst nur noch tarifunterlaufende „Billigheimer“ unsere Kinder durch die Gegend fahren.
Alles wichtige Punkte, die ohne GROKO voraussichtlich nicht durchsetzungsfähig sind. Trotzdem sollte bei einigen Themen noch nachgebessert werden.

Im gewerkschaftlichen Teil seiner Rede kritisierte er die immer weiter zunehmende ungerechte Verteilung in unserem Land. Zwei von fünf Beschäftigten hätten inflationsbereinigt weniger Geld als vor 20 Jahren. „Wir sind eine große Steueroase für Einkommensmillionäre und Erben.“, kritisierte Bsirske die derzeitige Steuerpolitik. Trotz der Negativzinsen wird zu wenig Geld für dringend notwendige Investitionen in Infrastruktur, Bildung, Pflege und Wohnungen bereitgestellt. Das Dogma der „schwarzen Null“ ist in dieser Situation völlig falsch.

In den anstehenden Tarifrunden für zehn Millionen Arbeitnehmer wollen die Gewerkschaften wieder höhere Abschlüsse erzielen, denn die Rahmenbedingungen sind wegen der guten Konjunktur äußerst günstig.
Zum Thema Digitalisierung stellte er die Frage „Droht uns Fachkräftemangel bei gleichzeitiger Arbeitslosigkeit?“. Die Antwort darauf wird die zukünftige Entwicklung erweisen. Einen Eindruck von heutigen Auswüchsen im Bereich der Digitalisierung erläuterte er am Beispiel von Amazon: Dort erhielt ein Arbeitnehmer eine Abmahnung, weil bei diesem innerhalb von fünf Minuten zweimal „Inaktivität“ festgestellt worden sei. Das zeige, wie gläsern der Beschäftigte werden kann, wenn hier keine Schutzbestimmungen für die Beschäftigten eingeführt werden.

 


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