Deutscher Gewerkschaftsbund

10.04.2017
Lichtenfels

DGB-Kreisverband Lichtenfels informiert über Rente

Anhand von Modellrechnungen konnten sich Passanten über das senkende Rentenniveau beim Informationsstand des DGB-Kreisverbandes ein Bild machen. P.Zillig

„Vielen Beschäftigten aus dem Mittelstand in der Region drohe nach einem langen Erwerbsleben ein sozialer Abstieg im Alter und bei Krankheit, wenn sich an der aktuellen Rentenpolitik nichts ändere“, betonte der DGB-Kreisvorsitzende Heinz Gärtner im Rahmen eines Informationsstandes am Säumarkt in Lichtenfels.

Mitglieder des DGB-Kreisvorstandes informierten Passanten über die Folgen des stetigen Absenkens des Rentenniveaus. Die Aktualität und Betroffenheit der Arbeitnehmer unter-strich das große Interesse der Vorbeilaufenden. Momentan liegt das Rentenniveau bei gerade noch 47,5 Prozent, reicht also bereits jetzt kaum noch zur Aufrechterhaltung des Lebensstandards nach vielen Jahren Arbeit, was der ursprüngliche Zweck der gesetzlichen Rentenversicherung war. Wer ein ganzes Arbeitsleben einen Durchschnittslohn verdient, was bei den meisten Arbeitnehmern eher selten ist, muss heute schon 28,3 Jahren einzahlen, um eine Rente auf Hartz-IV-Niveau zu bekommen. Im Jahr 2030 könnten dafür 31,6 Jahre notwendig sein. Gerade in unserer Region, das ergab sich auch aus den Gesprächen, erreichen viele Beschäftigte kaum den landesweiten Durchschnittslohn.

Niedrige Renten, so Heinz Gärtner, schaden nicht nur den Rentnern. Niedrigrenten belasten letztendlich die Sozialkassen und somit die Steuerzahler. Die Arbeit werte entwertet, wenn normale Arbeitnehmer sich nicht mehr einen angemessenen Lebensstandard halten können. Letztendlich werde eine zunehmende Rentenlücke Wohlstand sowie sozialen Frieden gefährden.

Die Gewerkschaften, darauf wies der DGB-Kreisvorstand hin, fordern deshalb wieder eine Stärkung der gesetzlichen Rentenversicherung. Die Privatisierung der Absicherung bei Alter und Krankheit in den letzten zwei Jahrzehnten sei fehlgeschlagen. Die gesetzliche Rentenversicherung habe sich gegenüber privaten Vorsorgemodellen als das stabilste System erwiesen. Das niedrige Zinsniveau und die Bankenkrise haben eindeutig herausgestellt, wie anfällig und schwankend private Modelle seien. Allerdings müsse das Solidarprinzip auf eine breitere Basis gestellt werden und es müsse auch eine Akzeptanz für angemessene Beitragssätze  geschaffen werden. Es gelte das Prinzip, Heinz Gärtner weiter, dass sich einen armen Staat nur Reiche leisten können.

Der DGB-Vorstand lädt am Vormittag, des 01. Mai, ab 10.00 Uhr zur traditionellen Maikundgebung in das Lichtenfelser Stadtschlossein ein. Hauptredner ist Jürgen Wagner von der IG-Metall. Ein kulturelles Rahmenprogramm ist geplant.

 


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