Deutscher Gewerkschaftsbund

28.07.2017

70 Jahre Einheitsgewerkschaft-Sommerfest in Lichtenfels mit Fritz Schösser

Wie jedes Jahr veranstaltete der DGB-Kreisverband Lichtenfels auch heuer ein Sommerfest. In diesem Jahr stand dieses jedoch nicht nur unter einem ganz besonderen Thema, sondern mit dem DGB-Urgestein Fritz Schösser hielt auch ein besonderer Redner das Hauptreferat.

Nach der Begrüßung von DGB-Kreisvorsitzenden Heinz Gärtner, forderte Mathias Eckardt  (DGB-Regionsgeschäftsführer Oberfranken) in seinem Grußwort die Gäste auf, am 24. September wählen zu gehen und die Abgeordneten direkt auf wichtige Themen wie Rente und prekäre Beschäftigung anzusprechen. 

Vor seinem eigentlichen, vom Publikum durch zahlreichen Applaus sehr gewürdigten, Referat appellierte Fritz Schösser, ehemaliger DGB-Landesvorsitzender, an die Anwesenden, sich auch über das Unrecht, was anderen wiederfährt zu empören und solidarisch mit Leiharbeiter_innen und Scheinselbständigen zu streiken, denn gerade sie bräuchten seiner Meinung nach eine Plattform in den Gewerkschaften.

Der DGB-Mann, der auch für die SPD im bayrischen Landtag und im Bundestag saß, begann seine Zeitreise mit der Gründung des Bayrischen Gewerkschaftsbundes. So beschrieb er, dass der Gewerkschaftsbund nach seiner Gründung zunächst eine „Staatsersatzfunktion“ wahrgenommen hat. Die Forderung der Mitbestimmung auf allen Ebenen der Wirtschaft war eine des wichtigsten Ende der 50er Jahre.  Über die Jahrzehnte schwand dann der Einfluss der Gewerkschaften auf staatliche Angelegenheiten bis hin zu einem fast vollständigen Rückzug auf die betriebliche Ebene.

„Zauberformeln“ der 80er Jahre waren Deregulierung und Liberalisierung, bei der die Interessen der Arbeitnehmer_innen immer mehr auf der Strecke blieben.

Fritz Schösser übte Kritik an den Arbeitgeber_innen, sparte aber auch in den eigenen Reihen nicht an Kritik.

Im Publikum saßen viele Menschen, die fast jedes Jahrzehnt dieser Gewerkschaftsgeschichte miterlebt und -gestaltet haben. An sie richtete sich Fritz  Schösser immer wieder und betonte: „Diese Menschen haben sich nicht für die billige Tour entschieden. Sie sind der Gewerkschaftsbewegung beigetreten, haben Beiträge bezahlt und damit auch etwas für jeden Schmarotzer getan, der sich vor einer Gewerkschaftsmitgliedschaft gedrückt, bei jeder Lohnerhöhung gemosert, aber die Erhöhung willkommen eingesteckt haben.“

Abschließend betonte er nochmals, wie wichtig gerade vor der Bundestagswahl ein gemeinsamer Kampf aller Arbeitnehmer_innen ist, „denn wenn wir keine  Antworten haben, haben es die Rechten. Gerade im Vorfeld der Bundestagswahl gibt es von deren Seite einfältige Versuche das Feld der sozialen Gerechtigkeit zu besetzen“, so Schösser.

 


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