Deutscher Gewerkschaftsbund

15.08.2012

Bildungsfahrt des DGB-Ortskartell Schney

„Kulturdenkmäler, abwechslungsreiche Landschaften, urige Pubs und eine bescheidene Lebensweise“ machen Irland zu einem Reiseerlebnis. 5000 Kilometer mit  dem Bus und auf dem Schiff bewältigten 43 Gäste vom Obermain auf Einladung des Schneyer DGB-Ortskartells an neun Tagen um die Grüne Insel zu erkunden.

Über die Irische See erreichten die Lichtenfelser Dublin, in dessen Einzugsbereich fast ein Drittel der rund 4,6 Millionen Einwohner lebt. Corinna O`Sullivan, die vor 15 Jahre die Liebe in die irische Hauptstadt verschlug, führte die Lichtenfelser durch die Metropole, die im Jahre 917 von Wikingern als Handelsniederlassung gegründet wurde. In der St. Patrick`s Cathedral findet sich das Grabmal des leidenschaftlichen Sozialreformers Jonathan Swift. Der Autor von Gullivers Reisen wirke dort 32 Jahre als Dekan.

Das nächste Ziel war die 548 von St. Ciaran gegründete Klostersiedlung Clonmacnoise am Shannon. Viele Jahrhunderte war Clonmacnoiseein geistliches, geistiges und handwerkliches Zentrum auf der Insel.

In Oughterard, dem Tor zu Connemara im Westen Irlands begrüßte Heidi Reich die Lichtenfelser. Die Berlinerin lebt seit 25 Jahren mit ihrer Familie im „Land der Regenbögen“. Connemara ist eine Region voller Gegensätze. Hier wechseln Berge, Seen und Moore, wo traditionell Torf mit einem Spaten zum Heizen gestochen wird. Connemara zählt zum gälischen Sprachraum. In Irland, informierte Heidi Reich, müssen die Kinder von Schulbeginn an Englisch und Irisch lernen, obwohl Gaeltracht, Irisch, im Alltag kaum gebraucht wird. Über Jahrhunderte hinweg, erläuterte Heidi Reich, wurde Irland von seinen Kolonialherren, den Briten, ausgebeutet. Religiöser Fanatismus und Hungersnöte forderten viele Opfer und veranlassten einen Großteil der Bevölkerung zur Auswanderung. Bis heute dauert vor allem in Nordirland der Konflikt zwischen Protestanten und Katholiken insbesondere bei Fanatikern noch an.

Kritisch äußerte sich Heidi Reich zur wirtschaftlichen Entwicklung des Inselstaats. Der einstige „Keltische Tiger“ habe in den letzten Jahren mit relativ niedrigen Steuern Unternehmen gelockt und die Banken mit einer verantwortungslosen Kreditvergabe einen planlosen Bauboom ausgelöst. Nachdem kurze Zeit über den Verhältnissen gelebt wurde, seien nun eine enorme Verschuldung und Arbeitslosigkeit gefolgt.

Über ein Kalksteinplateau, dem Burren, fuhren die Gäste weiter zu den imposanten Cliffs of Moher. Viele Legenden umgeben die acht Kilometer langen Felsen aus Sandstein und Schiefer, die sich teilweise bis knapp über 200 Meter hoch aus dem Meer erstrecken.  Einen Einblick in das beschwerliche Landleben des 19. Jahrhunderts erhielten die Reiseteilnehmer im Rahmen eines Besuchs im Bunratty Folk Park.

Der Ring of Kerry ist eine einzigartige Küsten- und Panoramastraße, die im Südwesten um die Iveragh-Halbinsel führt. Pat O`Connell begleitete die Gäste vom Obermain bei dieser Tour. Wilde Moore, herrliche Küstenblicke und Hügellandschaften faszinierten die Reiseteilnehmer. In Killarney befindet sich das Muckross House. Das Herrenhaus aus dem Jahre 1843 steht mitten in einem Park mit Rhododendren und Azaleen. Mitglieder des englischen Königshauses verweilten im 19. Jahrhundert wiederholt an diesem Ort.

An den Abenden wurde von den Teilnehmern auch die Gelegenheit genutzt einen Pub zu besuchen. Pubs sind nicht nur Kneipen, es begegnen sich hier Leute aller Altersgruppen und sozialer Schichten. Es wird bei fröhlicher Stimmung geredet, musiziert und politisiert. 

Vom Rock of Cashel in Südirland aus wurde das Land fast 1000 Jahre regiert. Laut einer Legende soll St. Patrick hier mit einem Kleeblatt, dem irischen Emblem, die Dreieinigkeit erklärt haben. Den Abschluss bildete ein Abstecher in Kildare zum Irischen Nationalgestüt. Owen Robinson weihte die Gäste in die Vollblutzucht ein und erläuterte die Einrichtungen sowie Aufgaben des Gestüts.

Die Reiseteilnehmer bedankten sich bei Heinz Gärtner, der die Bildungsfahrt vorbereitet und geleitet hat. Heinz Gärtner sprach die weiteren Bildungsfahrten des Schneyer DGB-Ortskartells in Zusammenarbeit mit dem DGB-Bildungswerk an. So geht es über das verlängerte Wochenende vom 03. bis 07. Oktober in das Berchtesgadener und Salzburger Land. Thema ist das „Weiße Gold“.  Am Samstag, 08. Dezember, geht es in den böhmischen Kaiserwald mit Marienbad. Weitere Informationen sind über Heinz Gärtner (Tel. 09571-88750) möglich.                                                                   

 

 

 

Bildungsfahrt Irland

P. Zillig


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