Deutscher Gewerkschaftsbund

19.11.2015

Der Arbeit ein gesundes Maß geben

Sozialpolitischer Buß- und Bettag in der St. Maria-Kirche in Schney

Unter dem Motto „Der Arbeit ein gesundes Maß geben“ lud die evangelische Kirchengemeinde zusammen mit der Mitarbeitervertretung des Dekanats Michelau, dem Diakonischen Werk und dem DGB, vertreten durch den Kreisverbandsvorsitzenden Heinz Gärtner und den Regionsgeschäftsführer Mathias Eckardt, zum sozialpolitischen Buß- und Bettags-Gottesdienst in die St. Maria-Kirche ein.

Der sozialpolitische Buß- und Bettag habe eine lange Tradition, betonte die Pfarrerin Tanja Vincent. Das diesjährige Motto habe viel mit der Zeit zu tun. Aus quantitativer Sichtweise gehe es hauptsächlich um die Arbeitszeit, während bei qualitativer Betrachtungsweise die investierte Energie und das eingebrachte Engagement eine wesentliche Rolle spiele.

Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand aber eine Aktion der Gewerkschaft und der Mitarbeitervertretung des Dekanats, wobei bildlich positive Errungenschaften der Arbeitswelt negativen Erscheinungen gegenübergestellt wurden. Dabei bauten mehrere Leute einen Turm aus Bausteinen, die mit positiven Themen beschriftet waren. Dargestellt wurden die vielen im Lauf der Zeit erreichten Fortschritte. So ermöglicht eine flexibel gestaltete Arbeitszeit Familie und Arbeit besser in Einklang zu bringen, die Elternzeit die Betreuung und Erziehung des Kindes in den ersten drei Jahren mit einem Anspruch auf anschließende Rückkehr in den Betrieb, ein Altersteilzeitmodell einen flexiblen Ausstieg aus dem Berufsleben im Alter, das Home Office das Arbeiten von Arbeitnehmern zuhause, ein Arbeitszeitmodell flexiblere Arbeitszeiten und die Inanspruchnahme von Fortbildungsmaßnahmen die Voraussetzung für berufliche Weiterentwicklung.

Aus mit negativen Schlagwörtern belegten Bausteinen bauten die Teilnehmer eine Mauer, die zum Schluss wieder eingeworfen wurde. Genannt wurden hier die ständige Erreichbarkeit durch die Fortschritte der Technik in Form des Smartphones, der oft enorme Leistungsdruck, die psychische Belastung und die ständige Einsatzbereitschaft in vielen Betrieben sowie die durch das durchaus auch positive Modell der Gleitzeit entgrenzte Zeit, die Absprachen komplizierter macht.  

Die Schneyer Pfarrerin Tanja Vincent und Tanja Beyersdorfer, Mitglied der Mitarbeitervertretung im Dekanat Michelau, bezogen sich dann gemeinsam auf das Buch Prediger, einer Schrift aus dem Alten Testament, in dem es heißt: „Es gibt nichts Neues unter der Sonne. Alles war schon einmal da“. Die Pfarrerin konnte dies auch gleich belegen: „Obwohl es die Menschen schon so lange gibt, haben sie es immer noch nicht gelernt, Konflikte friedlich zu lösen“, stellte sie fest. Das fange schon unter den Geschwistern an, gehe in Kindergarten und Schule weiter und endet in der Weltpolitik. Es gebe nichts Neues, weil wir immer noch dieselben Dinge wichtig finden würden. Tanja Beyersdorfer verwies dann aber darauf, dass es doch einige gute Entwicklungen gebe und hier speziell bezogen auf die Arbeitswelt. In erster Linie sei ein fester und guter Arbeitsplatz zu nennen, das Mitspracherecht der Mitarbeiter bei der Gestaltung von Arbeitsplatzbedingungen, die Sicherheit bei Krankheit nicht gekündigt zu werden und die Möglichkeit, die Arbeitszeit den persönlichen Bedürfnissen anzupassen.


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